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Ryokan oder ‘Japan aber richtig’

So sicher wie das Amen in der Kirche ist auch, dass man während einer Japanreise in einem Ryokan übernachten sollte. Eines auszuwählen ohne Japanisch zu sprechen ist allerdings nicht ganz einfach, denn oft sind deren Websites ziemlich dürftig, nur auf Japanisch oder sie haben gar keine…. unseres fiel in letztere Kategorie. Komplett ausgeliefert an Tripadvisor habe ich dieses Ryokan in Nara gebucht.

Beim Eingang des Ryokan’s hing schon ein Holzschild mit unserem Namen – gut sie erwarten uns in dem Fall. Die Frau Chefin hatte uns dann bereits auch schon erspäht und kam uns entgegen um sicher zu gehen, dass wir mit den Schuhen auch ja nicht über die Türschwelle treten. Koffer darf man gnädigerweise über den Boden rollen…. Die Auswahl der Pantoffeln war eigentlich ganz einfach, sie waren alle zu klein – aber wir brauchten sie nur bis zu unseren Gemächern, nachher war man eh nur noch in den Socken, denn auf die Tatami-Matten darf man noch nicht mal mit den ‘Indoor-Finken’. Ja auf der Toilette gab’s auch wieder separate… welche Yvo sicher 2 x an die frische Luft rausspaziert hat ha ha ha.

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Nun die Chefin konnte echt nur Japanisch wir nur konichiwa und arigato gosaimass…. was die Verständigung leicht schwierig machte. Wir verstanden nur ko ko ko ko ne.. ne… ts ko ko…  Dazu kommt, dass wir noch nie in einem Ryokan waren und echt keine Ahnung hatten, was wann und wo in unseren 3 Zimmern zu tun war – denn Bäder erspähten wir weit und breit keine und darum geht es doch in diesen Ryokans… hmmm

Nun ich fragte dann mal und sie deutete an, mit ihr mitzugehen und voilà, da waren diese ‘Waschstationen’ bestehend aus: kleiner Schemel, Kübel, Duschbrause, Seife, Shampoo und Pflegespülung und daneben das Wasserbecken. Sie fragte dann noch: Shower – Dinner or Dinner Shower… wir entschieden uns für Shower – Dinner ha ha. Wir mussten dann auch schon die Zeit angeben wann wir am morgen wieder bädelen möchten, denn es sind ja auch noch andere die herumplanschen möchten.

Es war dann etwa 16:00h und eher unbequem in unserer ‘Suite’ denn das Bett wird ja erst später auf den Tatamimatten ausgebreitet… d.h. wir hatten so ein tiefes Tischli mit Stühlen ohne Beine und ein separates Armbänkli. Ich fands ja schon schwierig mich dahineinzufalten.. geschweige denn Yvo – vom Aufstehen nicht zu sprechen! Abgesehen davon gabs einen Tisch mit 2 Stühlen, aber der war für’s Nachtessen = Tabuzone. Dann gabs noch eine Art Korridor/Wintergarten mit 2 ziemlich normalen Stühlen und einem Salontischli… wir sassen dann mal da. Aber so zum abhängen war das nicht gerade.

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Deshalb gingen wir dann bald mal ins Bad… zuerst wie es sich geziemt komplett einseifen und abspülen und dann endlich in dem warmen Wasserbecken abtauchen, entspannen und geniessen. Gut es ist ziemlich heiss… weshalb wir uns zwischendurch wieder etwas abkühlen mussten. Aber durchaus eine tolle Sache, so das eigene Bädli mit Gartenaussicht zu geniessen.

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Frisch gewaschen und in Kimono’s eingewickelt waren wir punkt 19:00h parat für’s Nachtessen, denn wohlgemerkt die Japaner sind pünktlicher als eine Schweizer Uhr! Dann ging es Schlag auf Schlag und wir kriegten wieder einmal mehr ein Surprise Menu der Marke ‘kaiseki-ryöri’ (http://en.wikipedia.org/wiki/Kaiseki). Unglaublich was da immer wieder aufgetischt wird – Ok Hand aufs Herz, es hat auch immer etwas dabei, was wir nicht wirklich mögen, aber das war wirklich extrem wenig. Gestern waren es nur 2 gepickelte Gemüse. Die brauchst du manchmal wirklich nicht… zudem sahen die eher aus wie Fisch als Gemüse – ich dachte es wäre geräucherter Aal ha ha.

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Ah ja speziell hervorzuheben wäre eventuell das ‘nan ki manjo’ tja da hatten wir echt keine Ahnung was es war… ziemlich gschlüddrig und mit allem möglichen drin… wir haben es brav gegessen, sonst hätte es uns die Chefin vielleicht heute morgen ja ins Zmorge integriert!! Wir bestellten einfach schnell noch 2 weitere Bier – dann geht alles runter.

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Beim Gang 3 hatte ich es schon geschafft meinen Kimono mit Sojasauce zu versauen…. zum Glück kann man die ja beidwegs rumwickeln.. keine Ahnung ob das wie bei der Dirndlschürze auch etwas damit zu tun hat ob man schon verheiratet ist oder nicht. Ich schaffte die Umwickelte gerade noch rechtzeitig bevor der Hausdrachen wieder mit dem nächsten Gang angetippelt kam – yess !!

 

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(sorry für die unstylishen Socken… aber als sie sah, dass wir Socken haben, hat sie die schönen Japanischen Exemplare wieder mitgenommen…)

 

Irgendwann kam sie dann mit so 2 Aluförmchen wo es angeblich Zunge drin hatte… falls wir das richtig verstanden hatten – wir wollten dann nicht mehr Details von welchem Tier.. und folgten einfach den Instruktionen. Die Servicegehilfin kriegte einen Kicheranfall, als sie feststellte, dass wir die ganze scharfe Paste aufgegessen hatten… sie meinte nur ‘hot hot hot hot’  wir ja ja das war ‘very good’ 🙂  wir hörten sie noch wir sie es unter Kichern in der Küche dem Rest der Truppe erzählt hatte 🙂

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Nach dem Essen war den von Heinzelmännchen schon das Bett im Zimmer nebenan ausgebreitet und wir gingen schlafen – es war erstaunlich bequem wenn man bedenkt, dass man quasi am Boden schläft.

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Morgens um 07:30h gingen wir brav wieder in die ‘Shower’, denn man kann nur frisch gewaschen essen… zu erwähnen ist noch, obwohl frisch gewaschen, verteilen sie gleich wieder diese heissen Waschtüchli um die Hände nochmals zu ‘waschen’ bevor man mit dem Frühstück beginnt!! Frühstück war quasi besserer Japanischer Standard: gegrillter Lachs, Omelett-Scheiben, Veggie Pickels, Nori-Blätter (ich getraute mich endlich zu fragen wie man die isst – ahaaa man macht selber eine Reisrolle – logo, was denn sonst!), Miso-Suppe, klare Gemüsesuppe mit Tofu, Jasminreise, Tee, Algensalat oder so was.. wichtig bei der Japanischen Küche ist, einfach mal drauflosessen auch wenn man keine Ahnung hat was es ist, denn meistens schmeckt es wirklich super lecker… und manchmal findet man echt nicht heraus was man gegessen hat – was solls! Bis jetzt geht’s dem Magen noch tiptop!

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Nach dem Frühstück gings zurück ins Schlafgemach… und oh Wunder, das Bett war schon wieder verschwunden. Für uns hiess es wieder in Strassenkleider wechseln, aus-checken, von der Chefin inszenierte Abschiedsfotos machen und zurück hat uns die Welt.

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Echt ein spannender Abstecher, aber 1 Tag ist völlig ausreichend…. ausser sie hätten ein Bett permanent aufgebaut…. oder mehrere Bottiche wo man ‘einweichen’ kann. Aber in einem Ryokan muss man echt gewesen sein!

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