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Lago Titicaca – Tiwanaku – Isla del Sol

Ich hatte ja den Titicacasee ausgelassen als ich letztes Jahr in Peru war, deshalb war er jetzt mehr als überfällig. So fuhren wir los, raus aus La Paz über El Alto Richtung Grenze zu Peru.

Erster Stop war Tiwanaku. Lustigerweise kannte ich den Namen schon lange, weil es auch ein Concentrates mit dem Namen Tiwanaku gibt. Nun angekommen bei den echten Ruinen war spannend, obwohl sie leider eher schlecht als recht unterhalten waren und vieles nicht ausgegraben ist. Es gibt Hinweise, dass die Geschichte der Tiwanaku im Jahre 1400 BC begann und deren Territorium sich bis nach Peru und Argentinien erstreckte. In 1450 AC wurden sie von den Inkas erobert, welche alles was übrig blieb übernahmen und in ihr Reich einverleibten. Technisch waren die Tiwanaku den Inkas vieles im voraus, sie bauten ihre Tempel bis zur Perfektion, produzierten schon damals Schmuck, wunderschön verzierte Vasen, weshalb vermutet wird, dass sie sich deshalb nicht wirklich ausbreiten konnten. Auch fand man bis jetzt kaum Waffen, so dass davon auszugehen ist, dass es eher ein friedliches als bluttrünstiges Volk war – was auch erklären kann, weshalb die Inkas sie so schnell erobern konnten.

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Nach Tiwanaku gings weiter über zunehmend holprigere Strassen nach Desaguadero, der Grenzort zu Peru. Ein geschäftiger Ort wo viel Handel betrieben wird – Kartoffeln, Mangos, Orangen, Fernseher, Gasflaschen etc… alles wird in Handkarren und mit Velos rumgeschoben – wie man sieht kann man trotz der Ladung noch sms schreiben…

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Nach dem passieren der Grenze ging es ca. 2-3 h weiter nach Puno. Vorbei am Dorf Zepita wo eine Kirche seit Jahren nicht benutzt wird, weil gemäss einer Legende eine riesige Schlange darin lebe!!!!  Keine Ahnung wie lange eine Schlange lebt, aber die ist sicher schon tot! Etwas weiter dem Titicacasee entlang, kamen wir beim Dorf Yunguyo vorbei, welches am Fusse des Vulkanes Khapia liegt. Dieses Dorf ist bekannt dafür, dass das Volk dem Vulkan noch immer Menschen opfert. Jedes Jahr gibt es ein 10-tätiges Fest am Kraterrand, wo die Dorfbewohner ausgelassen feiern / sich betrinken und wie von Geisterhand würden jeweils ein paar Kinder verschwinden. Deren leblosen Körper werden danach irgendwo gefunden. Jedoch deren Herz nicht, denn das wird in den Vulkankrater geworfen! Tja dann lieber nix wie weg von hier.  Etwas weiter Richtung Puno hatten wir dann damit zu kämpfen, dass die Wahlzettel der Präsidentschaftswahlen auch nach 20 Tagen noch nicht endgültig ausgezählt waren. Ein paar Schlaumeier hatten deshalb leider die Strasse gesperrt, weshalb wir uns über staubige Feldwege weiterkämpfen mussten. ‘mucho polvo’ puuh Schal ums Gesicht binden war quasi unerlässlich.

Ankommen in Puno war jetzt nicht gerade der ‘burner’ die Stadt ist eine Grossbaustelle und erschlägt einem nicht mit deren Schönheit. Macht auch nix, denn wir gingen gleich weiter zu den schwimmenden Inseln Urus. Derzeit wohnen etwa 2000 Menschen auf 49 schwimmenden Inseln gemacht aus einer Art Schilf. Dasselbe Material gebrauchen sie auch um ihre Häuser und Schilfboote zu bauen sowie auch zum Essen.

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Nach den schwimmenden Inseln ging ich noch kurz weiter zu den Grabtürmen in Sillustani. In diesen Türmen, welche bis ca. 500 AC (also pre-Inka) zurückdatieren, wurden wichtige Oberhäupter / Könige sowie oft ganze Familien begraben. Leider wurden einige von Grabräubern gesprengt, andere wurden niemals fertiggebaut. Leider war es schon am eindunkeln, dafür gabs einen schönen Sonnenuntergang.

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Am Tag danach ging es schon wieder zurück nach Bolivien – das passieren dieses Grenzpostens erforderte etwas mehr Nerven als Desaguadero. Wir mussten zuerst 2 Peruanische Posten passieren und dann noch als Krönung ca. 1 1/2 h am Bolivianischen Grenzposten anstehen. Dann kommt es, der Zöllner fragte mich, wieso gingst du gestern nach Peru und heute schon wieder zurück? Ich entgegnete für Puno reiche ein Tag, worauf er meinte ‘te gusta Bolivia’ ich ‘si me gusta mucho’ und ‘päm’ der Stempel war im Pass ha ha.

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Danach war es nur noch ca 15 Minuten bis Copacabana – jawoll, das gibt es auch in Bolivien und nicht nur in Brasilien. Der Name entstand aus Kota Kahuana was in Aymara ‘Seesicht’ bedeutet. Wie es in Brasilien dazu kam, weiss ich nicht und wikipedia könnt ihr selber durchstöbern 😉

Von dort ging es sofort weiter im kleinen Motorboot zur Isla del Sol, welche für 2 Nächte mein zu Hause war.

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Die ungefähr 70 km2 grosse Insel kommt auch auf stattliche 3800m und natürlich lag mein Hotel quasi auf dem Gipfel! Die Ecolodge (warum die so hiess, wurde mir nicht ganz klar abgesehen davon, dass sie das Duschwasser mit Solarzellen erwärmten). Aber egal es war wunderschön gelegen mit einer traumhaften Aussicht auf die Isla de la Luna. Zu bemerken gilt, dass alles Wasser von Eseln über 200m vom Wasserfall unten am Ufer bis in die Dörfer hochgeschleppt werden muss. Da spart man gerne Wasser, wenn man die herzigen Eseli Wasser schleppen sieht. Der wohl meiste ‘eco-Effekt’ des Hotels war wohl der Zufall, dass wir keinen Strom hatten am ersten Abend. Weshalb das Restaurant nur mit Kerzen beleuchtet wurde – dasselbe galt für mein Häusschen – zum Glück hatte es keinen Brandmelder!

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Am Tag darauf  gings erst mit dem Boot auf die Isla de la Luna mit dem Templo de las Virgenes – dort wurden hübsche/f ähige Jungfrauen ausgebildet für die Eventualität, dass sie bei der jährlichen Frauenwahl des Inkaherschers als dessen neue Frau auserkoren würden.

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Danach zurück zur Nordseite der Isla del Sol und zu Fuss quer über die Insel bis zurück in den Süden, vorbei am Templo del Sol mit seinem Opfertisch wo angeblich Menschen den Göttern geopfert wurden – heute lädt er eher ein zu Picknicken und der Ausblick von dort oben erinnerte eher an karibische Gewässer als an einen See.

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